Die Züchtigung

Roman. Düsseldorf (Claassen) 1985

Klappentext und Pressestimmen

Marie ist als ungeliebtes, mißhandeltes und ausgebeutetes Bauernkind in einem oberösterreichischen Dorf aufgewachsen. Es gelingt ihr, diesem Milieu zu entfliehen, indem sie heiratet und mit ihrem Mann in die Stadt zieht. Aber es gelingt ihr nicht, das von Generation zu Generation weitergegebene dumpfe Lebensgefühl abzulegen, das geprägt ist von Lieblosigkeit und Unfreiheit. Sie will, daß ihre Tochter Vera etwas Besseres wird, ein „anständiges“ Leben führt, sie schlägt das Kind, wie sie selber geschlagen wurde. Die Geschichte, die hier erzählt wird, ist grausam, die Sprache klar und poetisch.

Jede Beschreibung versagt vor der Stärke, der Intensität, dem Drahtseilakt des Originals.Ingrid Strobl in Emma

Anne Linsel in Die Zeit: Die Betroffenheit, die von diesem furiosen, wenngleich schwer erträglichen Bericht mit seinen beklemmend eindringlichen Bildern ausgeht, kommt vor allem aus der Sprache: Sie ist sachlich, einfach und direkt, konstatierend und nicht anklagend, voll poetischer Kraft und Intensität.

Maria Frisé in FAZ: An Thomas Bernhard erinnert die Beschreibung auswegloser Situationen, das finstere, ohnmächtige Lebensgefühl, die Einsamkeit, die wie ein Hilfeschrei in einer gleichgültigen Umwelt verstummt.

Eva Haldimann in Neue Zürcher Zeitung: In dieser Darstellung stimmt jede Einzelheit… In zwingenden Bildern, impressionistischen Blitzlichtern und einem atemlosen Sprachduktus, der auch dem Leser den Atem verschlagen kann, wird das Leben dieser Arbeiterfamilie am Rand der Kleinstadt vorgeführt… Ein Roman, dessen Intensität, Tiefgang und Poesie über diesen Literaturfrühling hinaus im Gedächtnis bleiben wird.

Sigrid Löffler in Profil: „Die Züchtigung“ ist mehr als das Protokoll einer Peinigung. Der Roman erzählt auch die Binnengeschichte der fünfziger Jahre – einer Epoche der Leibfeindlichkeit und des Kleinbürgermiefs unter der Zuchtrute des Anschaffungsdiktats und des Aufstiegszwangs. Die Qualen des Nichtmithaltenkönnens – selten sie sie anschaulicher beschrieben worden. „Die Züchtigung“ läßt sich auch als Leidensgeschichte einer Körperfeindschaft lesen, als Schmerzbericht einer negativen Sinnlichkeit. Seinesgleichen begegnet man nicht oft.

Taschenbuch

München (dtv)  1987, Neuauflage (dtv) 2007